Leben in Australien
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Leben in Australien

Lifestyle in Australien

The lucky country oder das Land im Glück – so sehen viele Aussies ihr Land. Es gab keine (offiziellen) Kriege auf diesem Kontinent und niemand muss sich in diesem Wohlfahrtsstaat echte Sorgen um das Dasein machen. Jedenfalls nicht so, wie Menschen in Ländern, die von Hungersnöten, Diktatoren oder Kriegswirren geplagt werden.

Vielleicht sind die Australier von daher eher relaxt oder ‚laid back‘, wie man hier sagt, dazu freundlich und hilfsbereit. Die meisten der 23 Millionen Einwohner leben an den Küsten, vorwiegend an der Ostküste, da das Landesinnere oder ‚outback‘ zu trocken und weitläufig ist, um bequem leben zu können. Weitläufig sollte man sich so vorstellen: man kann im outback nicht an einem Tag zum Einkaufen und wieder nach Hause fahren.

Daher leben die meisten Leute an der Küste nahe am Meer und da haben wir auch gleich die Hauptfreizeitbeschäftigungen:

  1. Surfen auf mindestens drei verschiedene Arten
  2. Angeln mit oder ohne Boot
  3. Aktivitäten vom Boot aus; z.B. sich auf einem dicken Gummischlauch hinterm Boot ziehen lassen
  4. Schnorcheln und Tauchen
  5. Schwimmen
  6. am Strand wandern oder sich rösten lassen (immer noch beliebt, trotz Hautkrebsgefahr)
  7. Jet Ski fahren (extrem unbeliebt bei allen Nicht-Jet-ski-Fahrern wegen dem Lärm und Gestank)

Wenn sich ab 5 Uhr nachmittags der Strand deutlich leert, liegt das nicht an einer Tsunami- Warnung, sondern daran, dass alle zum tea (siehe unten) nach Hause gehen.

Im Inland sind die Aktivitäten von den Gegebenheiten der Stations oder Farmen geprägt. Beliebt ist Camp Drafting, bei dem wie beim Rodeo, die Geschicklichkeit von Pferd und Reiter zur Schau gestellt werden. Regionale Besonderheiten sind Rennen, die mit uralten Treckern ausgetragen werden.

Sport steht hoch im Kurs, was nicht heißt, dass viele Leute ihn betreiben. Die meisten verausgaben eher nur ihre Stimmbänder, wenn sie bei Aussie Rules (australische Form des Rugby) ihr Team anfeuern.

Sehr beliebt sind die barbies, wo Leute zwecks Grillen – und Biertrinken - zusammenkommen. Wird man in Australien zum barbie oder BBQ eingeladen, sollte man gleich nachfragen, was man mitbringen kann. Normalerweise zumindest die eigenen Getränke, eventuell auch Salate oder Dessert. Aussies lieben süße Sachen. Sie müssen nicht unbedingt Obst oder Salate zum Essen haben, aber ein kalorienreiches, leckeres Stück Kuchen gehört einfach dazu wenn man Freunde einlädt. Meist finden die barbies auf der Veranda oder im Garten statt. Viele haben einen richtigen BBQ-Platz mit Dach, Tisch und Bänken, wo man fast das ganze Jahr über grillen kann. Es gibt auch viele öffentliche BBQ Plätze mit Tischen und Bänken an Stränden, Parks oder entlang der Wanderwege in den Wäldern. Wegen der Feuergefahr vor allem im Sommer sind es meist Gasbarbies, die umsonst oder mit Münzen laufen.

Die Kleidung ist dem Klima entsprechend luftig, locker und gar nicht so vornehm. Wer nicht gerade in einem Büro, Krankenhaus oder anderen offiziellen Einrichtung arbeitet, kommt mit T-Shirt, Shorts und Zehenschlappen zurecht. Für die allermeisten Gelegenheiten reichen saubere Jeans und ein Top ohne Löcher. Falls du einmal zum Arzt musst, wirst du feststellen, dass sie keine weißen Kittel tragen. Die sind ganz normal angezogen hier.

Don’t talk about politics or religion ist ein guter Ratschlag, zumindest, wenn man jemanden noch nicht so gut kennt. Australier sind nicht sonderlich religiös. So ist Pfingsten kein gesetzlicher Feiertag und kaum jemand unter 30 Jahren, weiß was das ist. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche nimmt in der Bevölkerung ab. Dennoch gibt es Familien, die Kirchen angehören, von denen die Evolution abgestritten wird und die fest an die Hölle glauben, in die man unter anderem kommt, wenn man nicht jeden Sonntag zur Kirche geht. Man kann es niemandem ansehen, welchen Glauben sie oder er hat, daher lieber abwarten, bevor man mitten im Fettnapf landet.

 

Zum guten Schluss noch ein paar Worte australisch:

arvo = Nachmittag
howzitgoin’ = wie geht’s
kip = Schlafen
can I crash at your place? = kann ich bei dir pennen?
tucker = Essen
tuck-stop = Imbissstand
stubbie = kurze Hose, wie Arbeiter sie tragen oder kleine Flasche Bier
joey = Kängurubaby im Beutel
do a U-ey = Auto wie ein U wenden, um in die entgegengesetzte Richtung zu fahren
catcha, catch you later, see you later = Tschüss
smokes = Zigaretten
big smoke = Sydney oder andere Großstadt
Tea = Tee oder das warme Abendessen